Colin Noel shoots the music video for Bronze Radio Return’s Only Temporary with the VariCam LT

Laut dem Kameramann Colin Noel hat jeder Filmemacher seine Traumorte, an denen er gerne drehen würde. "Ein nächtlicher Vergnügungspark mit einem Riesenrad stand definitiv auf meiner Liste der Traumlocations und ich warhin und weg", gibt Colin Noel zu. "Natürlich war unser Budget, wie bei den meisten Musikvideos, recht klein, und wir mussten das bei der Auswahl der Ausrüstung berücksichtigen. Wirwollten nurmit natürlichem Licht und ein paar Zusatzscheinwerfern arbeiten, deshalb haben wir uns für die VariCam LTentschieden."

Der Clip wurde im Freizeitpark The Island in Pigeon Forge, Tennessee, USA, gedreht. "Wir haben den gesamten Clip in sechs Stunden gedreht, mehr Zeit hatten wir im Vergnügungspark nicht", so Noel. "Selbst wenn wir Licht und Kulissen zur Verfügung gehabt hätten, um die Dreharbeiten zu erleichtern, hätten wir nicht die Zeit gehabt, die ganze Szene einzurichten und trotzdem die notwendigen Aufnahmen in so kurzer Zeit zu machen. Es ging darum, die vorhandene Beleuchtung zu nutzen, einen Scheinwerfer für die Hauptdarsteller aufzustellen und eine Hintergrundbeleuchtung in die Aufnahmen einzubauen.

Während der Vorbereitungen versuchte Colin Noel, sich von anderen in Freizeitparks gedrehten Clips inspirieren zu lassen, konnte aber keine Beispiele finden, die den Farbanforderungen von Regisseur Sean Davé von der Produktionsfirma Revolution Pictures entsprachen. Eine der Hauptinspirationen war das Musikvideo "Weekend" von Priory. "Es hat ein wunderschönes anamorphotisches, historisierendes Aussehen",sagte Noel. "Dieses Video diente als Referenzmaterial für die Farbpalette und die Stimmung des Clips.

Der Film wurde mit einer einzigen VariCam LT-Kamera gedreht, die mit anamorphotischen Cooke-Objektiven ausgestattet war, die Colin Noel den alten Hawk-Objektiven vorzog. "AmEnde haben wir uns für die Cooke-Objektiveentschieden, weil wir ein schärferes Bild erreichen wollten - eine Verfeinerung kann immer in der Nachbearbeitung erfolgen. Die Cooke-Objektive sind etwas heller und leichter zu verarbeiten, das Hawk-Glas wiegt eine Tonne. Bei einer so knappen Frist mussten wir auf Nummer sicher gehen.

Nach sorgfältiger Abwägung wurde 2K mit einer Bildrate von 48 fps als Aufnahmeauflösung gewählt, da der Videoclip mehrere dynamische Zeitänderungen enthält. Die 2K-Auflösung wurde gegenüber 4K nicht nur deshalb gewählt, weil 2K das Zielformat war, sondern auch wegen der Anforderung, mit dem AVC-Intra 422-Codec aufzunehmen. Noel nutzte auch die V-Log-Technologie zur Erstellung und Vorschau von LUT-Korrekturen mit dem Teradek Colr-Konverter. Die HD-Proxydateien für die Bearbeitung wurden mit denselben LUT-Korrekturen bearbeitet, so dass der Cutter nicht mit "flachem" Farbmaterial arbeiten musste. "Diefunktionierenden LUT-Korrekturen waren ein Kinderspiel", fügt Noel hinzu. "Es war ein ähnlicher Look wie bei Rec 709 mit etwas mehr Kontrast. Ich fügte auch wärmere Töne in den Mitten hinzu und verschob die Schatten in Richtung Blau. Die Arbeitskorrekturen dauerten fünf oder zehn Minuten, und dann ging es an die eigentlichen Dreharbeiten.

Und da es sich um Nachtaufnahmen handelte, wurde oft die native Empfindlichkeit von 5000 ISO verwendet. "Der Plan war, mit einer nativen ISO 5000-Einstellung zu fotografieren und die Empfindlichkeit mit einem ND-Filter auf etwa 2000 zu reduzieren. Letztendlich haben wir aber fast die ganze Zeit mit der Einstellung 5000 gedreht. Das Filmmaterial war heller als ich es gewohnt bin, aber das kam den endgültigen Aufnahmen zugute. Sie können den Scheinwerfer weiter nach hinten verschieben und so eine breitere Aufnahme erzielen. Und vor allem bei anamorphen Objektiven geht es um schöne Weitwinkelaufnahmen.

Als Hauptlicht für die Protagonisten wurden ARRI 2K-Studiomodelle mit 8x8 Fill verwendet. Auch die ARRI SkyPanel-Beleuchtung wurde ausgiebig eingesetzt, insbesondere für die Aufnahmen im Videospielraum. Aber für die meisten Aufnahmen nutzte Noel die Beleuchtung des örtlichen Parks. "Bei anderen Kameras fällt dieser Effekt nicht auf, insbesondere bei bewegten Aufnahmen. Und bei verrückten Terminen wie diesem hilft jedes bisschen. Wenn man nicht so viel überbelichten muss, spart man Zeit.

Colin Noel war auch mit der allgemeinen Farbwiedergabe und der Hauttonwiedergabe der VariCam LT sehr zufrieden und hielt die Farbwiedergabe für vergleichbar mit der von Alexa-Kameras